2025
T10
Höchste Taifunwarnstufe nachts kurz nach zwei. Hab ich aber weitestgehend verschlafen. Den Tag über habe ich Socken gestrickt und ansonsten nichts Spannendes erlebt. Draußen tobt ab und an noch der Wind und auch der Regen ist noch da. Ein paar Bilder von der Runde um den Block, als alles schon wieder am Abflauen war.
2025
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Hooooongkoooong
Angekommen...
Ich habe ausgeschlafen, es schüttet ohnehin und erkundige mich im Hotel nach dem Weg zum Busterminal, von dem aus die Busse nach Hongkong fahren. Vorne, da wo es auch nach Macau geht. Ok. Das letzte Geld auf der Bezahlapp in Burger und Ananastasche investiert und dann ab zum Busbahnhof.
Eine mürrische Angestellte gibt mir mürrisch darüber Auskunft, dass ich Bus 99 nehmen soll. Der fährt natürlich gerade ab. Also warten. Knapp 20 Minuten später kommt der nächste. Nach den ersten drei Stationen bin ich irritiert. Das Busterminal ist bloß 3km entfernt, aber in 90 Grad Abweichung zu unserer Route. Ich frage beim Fahrer nach. Nö, zum Busterminal fahre er nicht. Top.
Eine Mitfahrerin spricht mich an und meint, das sei kein Problem, sie zeige mir wo ich umsteigen müsse. Ok, also weiter. Immerhin geht es am Meer entlang und der Ausblick ist wirklich schön. Nach schätzungsweise 2km am Meer entlang steigen die Mitfahrerin und ich dann aus. Sie wohnt hier und zeigt mir schnell noch alle Buslinien, die mich weiterbringen sollten. 5 Minuten später kommt der nöchste Bus. Immerhin habe ich bloß knapp eine Stunde für 3km gebraucht...
Am Busterminal erfolgt die Ausreise aus China. Stempel abholen und weiter. Dann eine Fahrkarte kaufen. Ich studiete erstmal den Fahrplan. Die Dame am Schalter meint, es gäbe nur Busse zum Hafen. Ich habe vorsichtshalber aber mein Wunschziel abfotografiert und halte es ihr unter die Nase. Sie sucht im System und findet dann doch das passende Ticket. Geht doch.
Bis zur Abfahrt sind es noch zwanzig Minuten. Ich langweile mich ein wenig. Es kommrn weitere Fahrgäste und eine andere Angestellte geht um und klebt uns Aufkleber mir Kowloon auf. Der Bus kommt und mit mir steigen die gut zehn anderen ein. Dann geht's ab auf die Brücke. Der Ausblick ist toll, trotz Regen.
Nach einiger Zeit erreichen wir die ersten Inseln, die zu Hongkong gehören. Nebelschwaden hängen in den Bergen. Wir fahren an einer Seilbahn vorbei. Hochhäuser. Richtige Hochhäuser. Am Hafen angekommen, erfolgt die Einreise. Wie auch schon bei Macao gibts keinen Stempel sondern einen kleinen "Einkaufszettel". Ich darf bis zum 20.12. bleiben. Durchs Terminal durch und dann weiter zum nächsten Bus.
Unsere kleine Gruppe verteilt sich auf mehrere Busse. Ein Mitarbeiter besteht darauf, dass die Kowloon-Aufkleber abkommen. Sofort. Wer zu langsam ist, dem nimmt er denn Aufkleber persönlich ab. Auch gut, dann heht es eben ohne Aufkleber weiter. Wir fahren jetzt am richtigen Hafen vorbei, es regnet, die grünen Berge ragen steil empor. Wahnsinnskulisse.
Dann nach bestimmt einer weiteren halben Stunde Ankunft in Kowloon, also sozusagen Downtown Hongkong. Es regnet. Ich laufe zum Hostel. Es beginnt zu schütten. Also wirklich schütten. Man sieht die Häuser vor Regen nicht.
Einchecken. Runde durch die Nachbarschaft. Der Regen hat merklich nachgelassen. Es klart deutlich auf. An der Uferpromenade ist ein Kunstmuseum, das heute bir 21 Uhr geöffnet ist. Damit ist das Abendprogramm trotz Regenwetter gerettet. Snuffbottles, Installationen, bisschen chinesische Malerei. Dazu ein Traumausblick zur anderen Uferseite.
Als späten Abendsnack gibt's dann noch eine Runde Frittiertes. Irgendwie habe ich Hongkong weniger aufgeräumt in Erinnerung. Soll ich mich vielleicht einfach über die Kakerlake freuen, die gerade über mein Bett krabbelt...?
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Tulou
Ich habe gut geschlafen und beschließe, noch eine Nacht im Tulou zu bleiben. Die Frage ist nur, was heute tun und wohin dann wie morgen weiter. Ich drehe eine Runde durch das Örtchen, komme zur Bushaltestelle wo ein Bus abgestellt ist. Außen drauf die Route. Kurz darauf erscheint auch doe Fahrerin, die ich nach den Abfahrtszeiten frage. Im Bus hängt der Fahrplan. Ich mache ein Foto. Damit steht auch der Plan für heute, ich fahre zum Tuloudorf 5km weiter. Denn da hält der Bus auch. Jetzt noch ein paar Baozi und Sojamilch, Hotelzimmer verlängern und dann mit dem nächsten los.
An der Aussteigehaltestelle angekommen, suche ich den Eingang. Ein Mann ruft zu mir rüber, meint, der Eingang sei woanders und ob ich schon eine Eintrittskarte hätte. Nein. Er bringe mich hin. Wir sind dann gemeinsam auf seinem Moped den knappen Kilometer zum Ticketschalter gefahren. Danke!
Eintrittskarte kaufen und los. Auf dem Gelände sind mehrere Tulou, die meisten davon in den oberen Stockwerken auch bewohnt. Es ist wenig los, Nebensaison sei dank. Ich drehe eine erste Runde durch mehrere größere Tulou. Das allergrößte, "die" Attraktion der Anlage, darf man nur einmal betreten und muss das Ticket extra nochmal vorzeigen. Ehrlich gesagt finde ich es gar nicht so spannend. Es wirkt lediglich aufgeräumter.
Mein leerer Magen verlangt nach Essen. Es gibt hier als lokale Spezialität Tarobällchen. Ich kann mich bloß nicht überwinden. Süß, mehlig, klebt überall und dann diese Unfarbe. Das geht irgendwie gar nicht. Zum Glück gibt's auch Nudeln mit Sesamsauce. Nehm ich. Es gibt auch noch eine Gemüsebrühe dazu.
Ich wandere das Tal auf der sehenswürdigkeitenarmen Seite hinauf. Das bietet mir immerhin viele gute Fotogelegenheiten. Auch wenn die Sonne echt eine Herausforderung bleibt. Ich treffe alte Damen, die Gemüse tragen, den Boden bestellen oder ernten. Ich betrete den ein oder anderen Tulou mit schwankendem Gefühl. Es ist das Zuhause der Menschen und nun latschen die Massen durch. Und ich will weder für 10 Kuai in den dritten Stock, noch Schnaps, noch Mittagessen. Und auch keine Zigaretten. Auch keine selbstgedrehten. Danke. Nein. Auch keinen Kühlschrankmagneten.
Was mich total fasziniert sind die ganzen Kleingärten. Vieles kann ich inzwischen zuordnen. Süßkartoffeln, deren Blätter übrigens ziemlich gut schmecken, Drachenfrüchte, Auerginensträucher, Reisfelderchen, ganz viel Papaya und Maracuja, und vor allem letztere ist so ziemlich eines der besten Obste, die ich jemals gegessen habe. Irgendwann entdecke ich irgendwo Minze. Das irritiert mich in der Tat, denn Minze und China stehen für mich in keinem Zusammenhang.
Moooorgen mehr...
Ich nehme den Bus zurück zu meinem Tulou. Der Busfahrer setzt mich am anderen Eingang ab und ich nehme das als Gelegenheit, durch den Ort zu spazieren. Es gibt einen kleinen Ahnentempel, der allerdings nur am ersten und fünfzehnten des Mondkalenders geöffnet hat. Und die Nutzungsgebühren muss man per Bezahlapp schicken. Um die Ecke gibt es eine kleine Freifläche zu Ahnenverehrung. Das Trocknen von Getreide ist dort streng verboten. Das Trocknen sehe ich gerade überall. Da liegen dann Planen mit ungeschältem Reis auf dem Fußweg und in regelmäßigen Abständen kommt jemand, und wendet alles.
Nebenan wachsen Bananen, dahinter steht ein halbes, halb verfallenes Tulou. Vor dem Tulou wird wieder Gemüse angepflanzt. Auch irgenwas, das mich an die kugelförmigen vietnamesischen Auberginen erinnert, die ich allerdings auch noch nie in China gesehen habe. Weiter oben im Ort steht ein überbautes Tulou. Es ist an den Außenseiten um Anbauten und Balkone ergänzt worden.
Mein Ticket erlaubt auch den Eintritt in das große Tulou nebenan. Aber jetzt nach dem Spaziergang erstmal duschen und Wäsche waschen. Vom großen Tulou bin ich nur bedingt beeindruckt. Ja, es ist größer als die anderen, aber ehrlich gesagt war es das dann auch schon. Ich kaufe doch noch einen Kühlschrankmagneten und gehe dann Abendessen. Ich bestelle Bachfisch mit Tofu in der Erwartung, Fischstücke zu bekommen. Falsch gedacht, stattdessen bekomme ich ca. 30 Minifische. Immerhin ausgenommen. Den Kopf und den Schwanz isst man mit.
2025
Kaffeefahrt
Um 5:50 Uhr klingelt mein Wecker, um 6:20 Uhr mein Telefon. Was ich mache? Ehrlich gesagt renne ich gerade draußen rum und suche einen ATM. Aber das will sie nicht wissen. Sie will wissen, ob ich wach bin. Damit ich in einer Dreiviertelstunde am Abfahrtsort stehe.
Ich packe den Rest, kaufe Sandwich mit Kartoffelbrei und Sojamilch, lege die Schlüsselkarte ab und gehe zum vereinbarten Abfahrtsort. Baibai Xiamen. Wo jiu xiang ni! Ich bin auch nicht die einzige, die dort auf einen Bus wartet. Ein chinesisch-französisches Pärchen wartet auch. Aber, wie sich kurz darauf herausstellen wird, warten wir auf unterschiedliche Busse. Abfahrt dann um 7:20 Uhr.
Ich besteige den fast vollen Bus. Irgendwohin mit dem Rucksack. Die Reiseleiterin plappert ununterbrochen und dank Mikrofon unerträglich laut. Noise cancelling funktioniert mit Chinesisch leider noch schlechter als mit anderen Sprachen. Ich drehe die Lautstärke hoch. Sie plappert irgendwas davon, dass nur ein paar Leute meine Route gebucht hätten und die anderen alle eine andere. Für 50 Kuai extra könnte man das ändern. Wäre auch besser. Hübscher. Spannender. Ich drehe die Lautstärke weiter auf.
Wir fahren über irgendwelche Nebenstraßen. Es gäbe auch eine Schnellstraße. Aber die kostet Maut. Also gurken wir durch die Prärie. Immerhin ist der Ausblick gut. Und Zeit für Pause ist dann auch. Ich lerne, dass Kaffeefahrt auf Chinesisch auch Kaffeefahrt heißt und dass wir jetzt Kaffeetrinken gehen.
Aussteigen, Klo, Einkaufsmeile. Es gibt Plastikbecher in Schnapsglasgröße und dann alle 10 Meter einen halben Schluck fürchterlichen Fertigkaffee. Ich kann mich kaum entscheiden, welcher schlimmer schmeckt. Abfahrt gegen halb elf, das reicht, nachdem ich endlich das Einkaufsgrauen verlassen habe, für ein paar Runden Socken, ein paar Gesprächsfetzen über Wollsocken und zwei blaue Knie, weil ich eine Eisenstange übersehen habe.
Einsteigen, weitergurken. Der Chinese neben mir taut auf und erzählt mir, dass er 1993 in Deutschland war. Irgendwas mit Film und Arbeit und so. Hauptsache kein Hitlerfan. Puh. Im Bus läuft die Verkaufsveranstaltung nun zur Höchstform auf. Es gibt Cremes und Zeugs, das ich für Mosquitoabwehr halte. Um mich herum wird fröhlich eingekauft.
Mittagessen. Also erstmal Tee testen, eine Runde Passivrauchen und Tee einkaufen. Ich gehe aufs Klo und frage mich, ob ich eigentlich...egal, lassen wir das, die Küche wird hoffentlich sauberer sein als die Klos. Und wenn nicht, bloß nicht drüber nachdenken. Der Tofu ist gut, die Bohnen auch, den Rest lasse ich den anderen. Die Runde ist nett, aber die Dialektvielfalt macht mich irre. Wir wechseln praktisch zwischen Schwäbisch und Platt und dann meint immer mal wieder noch jemand, mich mit Niederländisch vollblubbern zu müssen. Nur so, zum Vergleich.
Weiterfahrt. Der Bus schraubt sich fröhlich am Berghang entlang. Jetzt rechts abbiegen. Ok, das habe ich nicht gebucht. Mal schauen. Nach dem Aussteigen gibt's erstmal eine grobe Übersicht. Ich lerne, dass ich Nummer 18 bin und mich entsprechend rückmelden muss, wenn wir uns treffen. Aber ich habe keinerlei Bedenken, hier verloren zu gehen. Inzwischen habe ich mit der halben Gruppe Fotos gemacht und wenn ich nicht aufpasse, dann verpassen sie mir noch Windeln. Ernsthaft, alle super nett. Wir besichtigen den ersten Tulou. Knackvoll.
Danach Fotostop, Shoppingstraße, große, alte Bäume. Wir sammeln uns. Ich frage die Reiseleiterin nach einer Fahrt zu meinem Hotel. Sie schaut mal... dann also Staumauern queren, Eis kaufen, vorbei an Reisfeldern. Jetzt noch ab in ein eckiges Tulou. Die Gruppe ist langsam müde. Mir gefällt das Lotuswurzelfeld vor dem Tulou. Kurzer Schwatz mit denen, die da ernten, dann weiter Richtung Ausgang.
Die Reiseleiterin spricht mich an. Sie hat eine Mitfahrgelegenheit organisiert. Eine Kollegin nimmt mich gegen etwas Entgelt mit. Find ich fair. Die Reiseleitung für die nächste halbe Stunde gibt es umsonst obendrauf und auf das Gelände fahren wir auch erstmal so. Was ich an China liebe: irgendwie geht es immer.
Ich checke im Hotel ein. Jiang Laoban hilft mir mit allem. Wie man die Tür von innen und außen verriegelt, wie man richtig duscht und wie man den Ventilator einsteckt. Ich mag das. Ich soll doch bitte noch eine nette Rezension schreiben und wenn es mir an irgendwas fehlt, dann darf ich sie gern anrufen. Ich bin ziemlich hin und weg vom Tulou und will gerade weder reden noch duschen. Bloß sein.
Gute Nach!
2025
Felsen, Wolken, Stöcke
Ich fahre mit dem Bus zur Uni. Vorbei an lauter Gebäuden uns Straßenzügen, die mir noch aus dem Studium bekannt sind. Das fühlt sich fremd und vertraut zugleich an. An der Uni ist eine riesengroße, unterirdische Fress- und Einkaufsmeile entstanden, doch aufs Gelände kommt man leider als Tourist*in während der Vorlesungszeit gar nicht mehr. Naja, dann halt nicht.
Ich gehe zum Tempel. Auf Tempel an sich habe ich gar nicht so wirklich Lust, sondern auf den Berg, an den er gebaut ist und den Blick von da oben. Im Tempel ist viel los, doch mit jeder Treppe, die ich nach oben steige, werden es weniger Menschen. Mir fehlen die kleinen Statuen und Stöcke unter den Felsbrocken am Wegesrand, die ich noch in Erinnerung habe und deren Bedeutung mir entfallen ist. Gemeinsames Lastentragen? Heute sieht es jedenfalls viel aufgeräumter aus. Irgendwann setze ich mich an eine relativ windige, schattige Stelle mit Blick über das Unigelände und stricke an meinen Socken weiter. Was für eine schön entspannte Atmosphäre.
Nach gut einer Stunde zieht es mich die letzten Meter den Berg hinauf. Hier schließt sich der botanische Garten direkt an den Tempel an. Die beiden Wärter haben kein Wechselgeld und verkaufen mir dann, nachdem ich noch mit Mühe und Not Kleingeld für die Eintrittskarte zusammengekratzt habe, ein ermäßigtes Ticket für den halben Preis. Ich sei ja Studentin. Ok, alles klar, nehm ich auch.
Vom botanischen Garten aus habe ich einen ganz tollen Blick über die andere Hälfte der Stadt. Ich laufe über kleine Wege, bis ich zu einer großen Felsformation komme. Es weht ein kühles Lüftchen und es gibt viel Schatten. Ich beschließe zu verweilen, den Ausblick zu genießen und den Wolken beim Weiterziehen zuzuschauen. Welch wunderbare Ruhe inmitten einer quirligen Stadt. Einfach mal alle Viere von mir strecken, in den Himmel starren, Wolkenbilder sehen und an nichts weiter denken.
Irgendwann ziehe ich weiter, durch einen kleinen Tempel, die Regenwaldabteilung, die vorwiegend als Fotokulisse dient, zum Kakteenhaus. Faszinierend, welche Form- und Grüntonvielfalt die Kakteen hier zu bieten haben. Hinter dem Kakteenhaus schlängelt sich ein weiterer Weg den Berg hoch. Oben ist eine kleine Anlage, die einst militärisch genutzt wurde und ein Felsbrocken, der von lauter Stöckchen "gestützt" wird. Sie sind also doch noch da. Abseits der viel begangenen Wege.
Abends nochmal Shapowei. Nochmal Blick auf den Hafen.













